Traditionelle Chinesische Medizin Heilpraktiker Grimm


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Außerordentliche Meridiane

 
Die 8 außergewöhnlichen Gefäße sind:
Chong Mai
Ren Mai
Du Mai
Dai Mai
Yin Wei Mai
Yang Wei Mai
Yin Qiao Mai
Yang Qiao Mai

Jedes der 8 außergewöhnlichen Gefäße hat einen spezifischen Punkt, der das Gefäß einschaltet oder aktiviert. Diese 8 Punkte, chin. Bai Mai Jiao Hui Xue, werden in der westlichen Akupunkturwelt etwas unglücklich als Schlüsselpunkt, Meisterpunkt, Kardinalpunkt oder Einschaltpunkt bezeichnet. Die Übersetzung des chinesischen Terminus lautet: Die Vereinigungspunkte mit den 8 Gefäßen und bezeichnet eher die Orte, an denen Hauptleitbahn und Extra-Gefäß zusammenfließen. Eine dem chinesischen am nächsten kommende Übersetzung wäre "Konfluenzpunkt", weil hier zwei energetische Qualitäten zusammenfließen.

Durch die Einschaltung der 8 Gefäße, dringen wir tiefer in die menschliche Energetik ein als über die regulären 12 Leitbahnen. Wir greifen tief in die Konstitution des Patienten ein und können sogar angeborene Schwachstellen behandeln und Dispositionen beseitigen. Aus dieser Perspektive wird deutlich, weiches die HAUPTLEITBAHNEN und welches die NEBENLEITBAHNEN sind:

Die 8 Gefäße verkörpern die formgebenden Strukturen im Menschen, und zwar vor der Geburt (Embryonalentwicklung) und nach der Geburt (Reifezyklen), die 12 Leitbahnen dienen nur der Formerhaltung des Organismus. Die Ba Mai sind die Wurzeln, die 12 Hauptleitbahnen die Zweige unseres Lebensbaumes. Sind die Wurzeln abgeschnitten, verdorren die Zweige und der Zerfall beginnt.

Damit haben die 8 Gefäße einen regulativen Einfluss auf alle 12 Hauptleitbahnen und sorgen für eine zusätzliche Vernetzung dieser Leitbahnen. Sie stehen in enger Beziehung zu den Nieren, welche die Essenzen Jing speichern. Die 8 Gefäße verteilen die Essenzen über den ganzen Organismus und versorgen besonders die Regionen, die von den regulären Leitbahnen nicht erreicht werden. Dabei arbeiten sie eng mit den San Jiao (3 Erwärmer) zusammen, die ein spezieller Bote für die Verteilung des Jing sind, besonders für das Yuan-Qi.
Die 8 Gefäße sind zusätzliche Verteiler für die Schutzenergie (Wei-Qi): Besonders Chong Mai, Ren Mai und Du Mai spielen hier eine wichtige Rolle für die Abwehrkraft des Menschen. in außergewöhnlichen Situationen wird die Abwehr exogener pathogenes Faktoren auch von den Essenzen übernommen, die das Wei Qi stabilisieren und unterstützen. Jedes der 8 Gefäße hat – abgesehen von den eben beschriebenen allgemeinen Funktionen – noch seine besonderen Funktionen und wirkt auf einen grundlegenden Aspekt der menschlichen Energetik ein. In der Tiefe wachen die Qi Jing Ba Mai jedoch weiterhin über die Gesundheit und treten immer dann in Aktion, wenn das Leben ernsthaft gefährdet ist. Es sind die Reserven der Wundergefäße, die es uns ermöglichen, bei einem Unfall aus der Gefahrenzone zu kriechen trotz schwerer Verletzungen; die Sportler kennen diese Extra-Energie als "autonom geschützte Reserve", die gerne über Drogen und Doping angezapft wird. Durch das Öffnen ihrer Konfluenzpunkte können wir dann ein gewaltiges Potential an Qi, Blut, Yin, Yang oder Jing freisetzen, um grundlegende Schwächen und Leerezustände zu beheben. Die abschließende Nadelung der Kopplungspunkte bewirkt, das dieser Prozess sich maßvoll vollzieht und einen Abschluss findet.

Gefäßpaare

Dü 3 öffnet den Du Mai als Yang-Reservoir
Bl 62 hilft, das Yang optimal zu verteilen

Lu 7 öffnet den Ren Mai als Yin-Reservoir
Ni 6 hilft, das Yin optimal zu verteilen

Mi 4 öffnet den Chong Mai als Blut-Reservoir
P 6 hilft, das Blut im Inneren optimal zu vernetzen

Gbl 41 öffnet den Dai Mai als Qi-Regulator
SJ 5 hilft, das Qi an der Außenseite optimal zu vernetzen

Als Bahnen für das Jing helfen sie außerdem, die Essenzen von der Niere aus der Tiefe nach außen in die Peripherie zu bringen. Durch die Einschaltung der Wundergefäße wird das Jing wieder "eingesammelt" und zur Niere als Speicher zurückgeführt. Als ob geheime Schleusen geöffnet werden, kann über die Aktivierung der Wundergefäße ein grundlegender Mangel behoben werden. Die Veränderung ist für den Therapeuten besonders am Puls erkennbar, der sich qualitativ verbessert. Der Patient empfindet eine Behandlung über die Wundergefäße oft als so gravierend, dass er ein völlig neues, lange nicht gehabtes Lebens- und Glücksgefühl empfindet.